Uns kann man kaum übersehen, ehemals reine Waldbewohner, ist es uns
aufgrund unserer Anpassungsfähigkeit und geringen Scheu gelungen, auch
den menschlichen Siedlungsbereich zu erobern. Wir siedeln sogar in Parks,
auf Friedhöfen und in den Alleen der Großstädte.

Vor allen Dingen sind wir aber nicht zu überhören. Ab Anfang des Jahres
hört man uns Trommeln, was das Zeug hält.
Die einzelnen Phasen unseres Lebens - wie Balz, Höhlenbau, Eiablage, Brut,
Schlupf und Ausfliegen der Jungen - werden durch Trommelwirbel begleitet.
Morsche Äste oder Stämme dienen dabei als Resonanzkörper oder auch
Blechtrommeln, wie z. B. Regenrinnen oder Metallmasten.

Beim Trommeln schlagen wir senkrecht auf die Unterlage, während wir bei
der Nahrungssuche mit seitlichen Schlägen Splitter abhacken, um Insekten
und deren Larven freizulegen.

Wie ihr hier bei meinem Jungen seht,
haben wir auch eine lange klebrige und
mit Widerhaken besetzte Zunge, mit
der wir in die schmalsten Ritzen
kommen.
Bei der Nahrungssuche hüpfen wir in
Spiralen den Baum hinauf.

Eine weitere Besonderheit ist unsere Spechtschmiede.
Das ist ein Baumspalt, den wir passend zurecht zimmern, um dort größere
Beutestücke einzuklemmen, die dann mundgerecht zersägt werden können.
In der Spechtschmiede werden z. B. auch Nadelbaumzapfen bearbeitet, um
an die Samen zu kommen.
Bei unserer Zimmerspechtstätigkeit schützt uns ein Filter aus kleinen
Härchen an der Nase vor Sägemehlstaub.



 

 

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